Arbeitsleben
4 Min. Lesezeit

Fachkräftemangel Schweiz 2026: Zahlen, Ursachen und was jetzt wirklich hilft

Der Fachkräftemangel in der Schweiz gehört oftmals zu den grössten Herausforderungen für Unternehmen. Offene Stellen bleiben monatelang unbesetzt, während gleichzeitig immer weniger Kandidaten aktiv auf Jobsuche sind.

Fachkräftemangel Schweiz 2026: Zahlen, Ursachen und was jetzt wirklich hilft
Veröffentlicht am
11. Mai 2026

Der Fachkräftemangel in der Schweiz gehört oftmals zu den grössten Herausforderungen für Unternehmen. Offene Stellen bleiben monatelang unbesetzt, während gleichzeitig immer weniger Kandidaten aktiv auf Jobsuche sind.

Der Fachkräftemangel in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren verändert. Während er medial weniger präsent ist als noch zuvor, bedeutet das nicht, dass er verschwunden ist. Im Gegenteil: Der Arbeitsmarkt befindet sich 2026 in einer Phase des Umbruchs. Auf den ersten Blick wirken steigende Arbeitslosenzahlen wie eine Entspannung, doch gleichzeitig bleiben viele Stellen unbesetzt. Genau dieses Spannungsfeld macht das Thema heute komplexer denn je.

Die wichtigsten Zahlen: Ein Arbeitsmarkt im Gleichgewicht oder im Ungleichgewicht?

Ein Blick auf aktuelle Daten zeigt ein differenziertes Bild:

·      Die Arbeitslosenquote liegt 2026 bei rund 3,2 %

·      Gleichzeitig waren im Februar 2026 über 48’000 offene Stellen bei den RAV gemeldet

·      Insgesamt sind über 235’000 Personen als stellensuchend registriert

Diese Zahlen zeigen: Es gibt gleichzeitig viele offene Stellen und viele Stellensuchende. Der Fachkräftemangel ist also weniger ein Mengenproblem, sondern vor allem ein Matching-Problem.

Auch langfristige Entwicklungen bestätigen diesen Wandel:
Der Fachkräftemangel-Index ist zuletzt gesunken und hat sich wieder stärker dem Niveau vor der Pandemie angenähert. Gleichzeitig bleibt der Mangel in bestimmten Branchen bestehen, etwa im Gesundheitswesen, Bau oder technischen Berufen.

Die Ursachen: Warum Fachkräfte trotz Bewerbern fehlen

  1. Demografischer Wandel als struktureller Treiber

    Eine der wichtigsten Ursachen bleibt die Alterung der Bevölkerung. Laut einer Befragung von Ökonomen sehen 87% den demografischen Wandel als Hauptgrund für den Fachkräftemangel.
    Immer mehr Fachkräfte verlassen den Arbeitsmarkt, während weniger junge nachrücken. Dieser Effekt wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken.

  2. Skill Gap: Wenn Qualifikation und Job nicht zusammenpassen

    Ein zentrales Problem ist die mangelnde Passung zwischen Anforderungen und Fähigkeiten. 63% der Experten sehen genau hier eine Hauptursache.
    Während Unternehmen spezialisierte Kompetenzen suchen, verfügen viele Bewerbende nicht über genau diese Skills. Besonders sichtbar wird das im Kontrast zwischen überlaufenen Bürojobs und unbesetzten technischen oder handwerklichen Stellen.

  3. Strukturwandel durch Technologie und KI

    Technologische Entwicklungen verändern den Arbeitsmarkt spürbar. Laut Analysen des KOF hat insbesondere der Einsatz von KI dazu geführt, dass sich Anforderungen verschieben und bestimmte Jobs wegfallen oder sich verändern.
    Gleichzeitig entstehen neue Rollen, für die es noch nicht ausreichend qualifizierte Fachkräfte gibt. Der Fachkräftemangel verschiebt sich also statt zu verschwinden.

  4. Eingeschränkter Zugang zu internationalen Fachkräften

    Ein weiterer Faktor ist der Zugang zum internationalen Arbeitsmarkt. 43% der befragten Ökonomen sehen hier eine relevante Ursache.
    Gerade in spezialisierten Bereichen sind Unternehmen auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, wenn dieser Zugang eingeschränkt ist, verstärkt sich der Mangel zusätzlich.

Was jetzt hilft: Lösungsansätze für Unternehmen

  1. Recruiting neu denken: Weg vom reinen Stellenbesetzen

    Unternehmen müssen Recruiting stärker strategisch denken. Es reicht nicht mehr, offene Stellen auszuschreiben und auf Bewerbungen zu warten. Erfolgreiche Unternehmen definieren klar, welche Zielgruppen sie erreichen wollen und wie sie diese ansprechen. Recruiting wird damit zur aktiven Disziplin statt zur reaktiven.

    Digitale Lösungen wie two.jobs unterstützen diesen Wandel, indem sie Unternehmen ermöglichen, Kandidaten gezielt über verschiedene Kanäle anzusprechen und Reichweite strategisch aufzubauen.

  2. Skills statt Lebensläufe in den Fokus stellen

    Der klassische Lebenslauf verliert an Bedeutung. Stattdessen rücken konkrete Fähigkeiten und Potenziale in den Vordergrund. Unternehmen, die stärker auf Skills-basierte Ansätze setzen, erweitern ihren Talentpool und reduzieren den Einfluss von Matching-Problemen.

  3. Bewerbungsprozesse radikal vereinfachen

    Ein oft unterschätzter Hebel ist der Bewerbungsprozess selbst. Komplexe Abläufe führen dazu, dass Kandidaten abspringen, selbst wenn grundsätzlich Interesse besteht.
    Einfache, schnelle und mobile Bewerbungen sind heute ein entscheidender Erfolgsfaktor im Recruiting. Die Vorteile innovativer Bewerbungskanäle sind in diesem Blogpost zusammengefasst.

  4. Zielgruppen dort erreichen, wo sie wirklich sind

    Der Fachkräftemangel ist auch ein Reichweitenproblem. Viele Unternehmen kommunizieren noch immer auf den falschen Kanälen. Entscheidend ist, die Zielgruppe dort anzusprechen, wo sie sich tatsächlich aufhält, sei es auf Social Media, in Netzwerken oder über neue digitale Formate.

  5. Ganzheitliche Lösungen statt Einzelmassnahmen

    Einzelne Massnahmen greifen oft zu kurz. Gerade im Kontext des Fachkräftemangels wird deutlich, dass isolierte Recruiting-Massnahmen selten nachhaltig wirken.
    Plattformen wie two.jobs kombinieren Reichweite, datenbasierte Ausspielung und optimierte Candidate Journeys zu einem integrierten Ansatz. So werden Reichweite, Zielgruppenansprache und vereinfachte Bewerbungsprozesse kombiniert und ein integrierter Ansatz entsteht, der nicht nur Sichtbarkeit schafft, sondern auch tatsächlich zu Bewerbungen führt.

Fazit

Der Fachkräftemangel in der Schweiz ist 2026 weniger ein akutes Mengenproblem als ein strukturelles Matching-Problem. Die Zahlen zeigen klar: Es gibt sowohl offene Stellen als auch verfügbare Arbeitskräfte, doch sie finden nicht zueinander.

Die Ursachen liegen in Demografie, Qualifikationslücken und einem sich wandelnden Arbeitsmarkt. Gleichzeitig bieten genau diese Veränderungen auch Chancen. Unternehmen, die Recruiting strategisch denken, Prozesse vereinfachen und neue Wege in der Ansprache gehen, können sich im Wettbewerb um Talente klar differenzieren.

Lösungen wie two.jobs helfen Unternehmen dabei, genau dieses Matching-Problem aktiv anzugehen, indem sie die richtigen Kandidaten erreichen und den Weg zur Bewerbung vereinfachen. Der entscheidende Faktor ist nicht mehr, ob Fachkräfte vorhanden sind, sondern wie gut Unternehmen sie erreichen, überzeugen und für sich gewinnen.

 

Quellen:

·      Die Lage auf dem Arbeitsmarkt Februar 2026

·      Adecco: Fachkräftemangel Index Schweiz 2025

·      Weka: Fachkräftemangel Schweiz: Weniger Druck, neue Berufe, ein Arbeitsmarkt im Umbau

·      KMU-Portal: Arbeitskräftemangel in der Schweiz nimmt zu

·      ETH Zürich: Wie Demografie und KI den Schweizer Arbeitsmarkt verändern

B

Bianca Milesi

Recruiting Expertin

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