Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungsmöglichkeiten, kostenloser Kaffee oder ein Firmenhandy: Die Liste möglicher Benefits in Stellenanzeigen ist lang. Viele Unternehmen nutzen Zusatzleistungen, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und potenzielle Bewerber von einer Stelle zu überzeugen.
Doch nicht jeder Benefit ist für jede Zielgruppe gleich relevant. Während flexible Arbeitsmodelle für eine Büroposition interessant sein können, spielen bei einer Stelle in der Pflege oder im Handwerk möglicherweise andere Faktoren eine grössere Rolle.
Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Benefits aufzuzählen. Unternehmen sollten vielmehr zeigen, welchen konkreten Mehrwert sie ihren Mitarbeitenden bieten und weshalb dieser für die jeweilige Zielgruppe relevant ist.
Warum Benefits in Stellenanzeigen wichtig sind
Bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber spielen nicht nur Aufgaben und Gehalt eine Rolle. Auch die Rahmenbedingungen einer Stelle beeinflussen, ob sich potenzielle Bewerber angesprochen fühlen.
Benefits können dabei zusätzliche Argumente liefern. Sie zeigen beispielsweise, wie flexibel ein Unternehmen arbeitet, welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen oder wie Mitarbeitende im Arbeitsalltag unterstützt werden.
Gerade wenn mehrere Arbeitgeber ähnliche Positionen anbieten, können solche Informationen einen Unterschied machen. Voraussetzung ist jedoch, dass die genannten Zusatzleistungen tatsächlich einen Mehrwert bieten und nicht lediglich selbstverständlich klingende Rahmenbedingungen attraktiver verpacken.
Eine Stellenanzeige sollte deshalb nicht nur kommunizieren, was ein Unternehmen von seinen zukünftigen Mitarbeitenden erwartet. Sie sollte ebenso deutlich machen, was Bewerber im Gegenzug erwarten können.
Welche Benefits für Bewerber besonders relevant sind
Welche Zusatzleistungen attraktiv sind, hängt stark von der jeweiligen Stelle und Zielgruppe ab. Trotzdem gibt es einige Bereiche, die für viele Bewerber eine wichtige Rolle spielen.
Flexibilität und Vereinbarkeit
Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle oder – sofern die Tätigkeit es zulässt – Homeoffice können dabei helfen, Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren. Entscheidend ist allerdings, möglichst konkret zu kommunizieren, was tatsächlich möglich ist.
Statt lediglich «flexible Arbeitszeiten» zu nennen, können Unternehmen beispielsweise angeben, ob Gleitzeit angeboten wird, wie viele Homeoffice-Tage möglich sind oder welche Teilzeitmodelle zur Verfügung stehen.
Ferien und zusätzliche freie Zeit
Zusätzliche Ferientage können ein greifbarer Vorteil sein. Auch die Möglichkeit, weitere Ferientage zu kaufen, unbezahlten Urlaub zu beziehen oder von zusätzlichen freien Tagen zu profitieren, kann für Bewerber interessant sein.
Auch hier gilt: Konkrete Angaben sind aussagekräftiger als allgemeine Formulierungen. «Mindestens fünf Wochen Ferien» vermittelt deutlich mehr als ein unspezifischer Hinweis auf eine gute Work-Life-Balance.
Weiterbildung und Entwicklung
Weiterbildungsmöglichkeiten sind insbesondere für Bewerber interessant, die sich fachlich oder persönlich weiterentwickeln möchten. Unternehmen können beispielsweise interne Schulungen, finanzielle Unterstützung für externe Weiterbildungen oder konkrete Entwicklungsmöglichkeiten anbieten.
Statt lediglich «attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten» zu versprechen, lohnt es sich zu erklären, wie diese Unterstützung tatsächlich aussieht.
Finanzielle und materielle Zusatzleistungen
Je nach Unternehmen und Branche können auch Vergünstigungen, Mobilitätsangebote, Verpflegungszuschüsse, Versicherungsleistungen oder Beiträge an bestimmte Ausgaben relevant sein.
Ein kostenloses ÖV-Abonnement kann beispielsweise für Mitarbeitende mit einem längeren Arbeitsweg einen erheblichen Mehrwert darstellen. Mitarbeiterrabatte können wiederum besonders interessant sein, wenn sie für Produkte oder Dienstleistungen gelten, die tatsächlich regelmässig genutzt werden.
Der passende Benefit hängt von der Zielgruppe ab
Ein häufiger Fehler besteht darin, dieselbe Benefit-Liste für sämtliche Stellen eines Unternehmens zu verwenden.
Was für eine Zielgruppe attraktiv ist, muss für eine andere noch lange nicht ausschlaggebend sein.
Bei einer Pflegefachperson können beispielsweise verlässliche Dienstpläne, zusätzliche Ferientage, Unterstützung bei Weiterbildungen oder familienfreundliche Arbeitsmodelle besonders relevant sein. Für Mitarbeitende im Handwerk können wiederum Arbeitskleidung, moderne Werkzeuge, ein Geschäftsfahrzeug oder bezahlte Weiterbildungen einen konkreten Nutzen bieten.
Bei Büro- und IT-Stellen können flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungsmöglichkeiten oder moderne Arbeitsmodelle stärker ins Gewicht fallen.
Auch die Lebenssituation kann beeinflussen, welche Leistungen interessant sind. Während für manche Bewerber zusätzliche Ferien besonders attraktiv sind, legen andere mehr Wert auf finanzielle Vorteile, berufliche Entwicklung oder Flexibilität.
Unternehmen sollten deshalb nicht zuerst überlegen, welche Benefits sie möglichst prominent präsentieren möchten, sondern welche davon für die gesuchte Zielgruppe tatsächlich relevant sind.
Dieser Gedanke sollte bereits bei der Gestaltung der gesamten Stellenanzeige berücksichtigt werden. Denn genauso wie Aufgaben und Anforderungen sollten auch Benefits auf die jeweilige Vakanz zugeschnitten sein.
Nicht alles ist automatisch ein Benefit
Nicht jede positive Eigenschaft eines Arbeitsplatzes ist automatisch eine Zusatzleistung. Ein marktgerechter Lohn, ein respektvoller Umgang oder die notwendige Arbeitsausstattung sollten beispielsweise nicht als aussergewöhnliche Benefits verkauft werden. Auch der bekannte «kostenlose Kaffee» dürfte nur selten ausschlaggebend dafür sein, ob sich eine qualifizierte Fachkraft für einen Arbeitgeber entscheidet.
Das bedeutet nicht, dass kleinere Vorteile gar nicht erwähnt werden dürfen. Sie sollten jedoch nicht die relevanteren Rahmenbedingungen einer Stelle überlagern.
Eine lange Liste aus kleinen Vergünstigungen kann sogar davon ablenken, wenn wichtige Informationen zu Arbeitszeiten, Ferien, Entwicklungsmöglichkeiten oder Flexibilität fehlen.
Weniger kann deshalb auch bei Benefits mehr sein: Einige konkrete und für die Zielgruppe relevante Leistungen sind meist aussagekräftiger als eine möglichst lange Liste.
Benefits müssen sichtbar sein
Selbst attraktive Zusatzleistungen helfen wenig, wenn Bewerber sie erst nach mehreren Klicks auf der Karriereseite entdecken. Relevante Benefits sollten deshalb bereits in der Stellenanzeige gut sichtbar sein. Dabei müssen sie nicht zwingend in einem langen Text erklärt werden. Eine übersichtliche Darstellung mit kurzen Beschreibungen kann ausreichen, sofern klar wird, was konkret angeboten wird.
Mit my.two.jobs können Stellenanzeigen individuell gestaltet und neben den Aufgaben und Anforderungen auch Benefits, Bilder, Videos und weitere Informationen zum Arbeitgeber eingebunden werden. So erhalten Interessierte bereits beim ersten Kontakt ein umfassenderes Bild der Stelle und des Unternehmens.
Gerade bei der mobilen Nutzung ist eine klare Struktur wichtig. Bewerber sollten relevante Informationen schnell erfassen können, ohne sich durch lange Textblöcke arbeiten zu müssen. Warum der Bewerbungsprozess auch auf dem Smartphone funktionieren muss, lesen Sie hier.
Benefits sind nur ein Teil des Gesamtbildes
Attraktive Zusatzleistungen können eine Stelle interessanter machen. Sie können jedoch keine grundlegenden Probleme im Recruiting ausgleichen.
Wenn der Bewerbungsprozess kompliziert ist, Rückmeldungen lange dauern oder die tatsächlichen Arbeitsbedingungen nicht mit der Stellenanzeige übereinstimmen, hilft auch eine umfangreiche Benefit-Liste nur begrenzt.
Benefits sollten deshalb als Teil der gesamten Kandidatenreise betrachtet werden. Die Stellenanzeige weckt Erwartungen, die sich im weiteren Bewerbungsprozess und später im Arbeitsalltag wiederfinden sollten.
Auch die Geschwindigkeit des Recruiting-Prozesses spielt dabei eine Rolle. Warum unnötige Wartezeiten qualifizierte Kandidaten kosten können und wie Unternehmen ihre Abläufe verbessern, erfahren Sie in unserem Beitrag «Bewerbungsprozess optimieren: Warum Schnelligkeit im Recruiting entscheidend ist».
Fazit
Benefits können ein wichtiges Argument für eine Stelle sein, vorausgesetzt, sie passen zur Zielgruppe und bieten einen tatsächlichen Mehrwert.
Statt möglichst viele Zusatzleistungen aufzulisten, sollten Unternehmen deshalb überlegen, welche Rahmenbedingungen für die gesuchten Bewerber besonders relevant sind und diese möglichst konkret kommunizieren.
Flexible Arbeitsmodelle, zusätzliche Ferien, Weiterbildungsmöglichkeiten oder finanzielle Vorteile können je nach Stelle wichtige Argumente sein. Entscheidend ist jedoch nicht allein, welche Benefits angeboten werden, sondern wie verständlich und glaubwürdig sie in der Stellenanzeige vermittelt werden.
Eine gute Stellenanzeige zeigt deshalb nicht nur, was Bewerber mitbringen sollen. Sie macht ebenso deutlich, was das Unternehmen ihnen bietet.
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